Endlich war es wieder soweit, der Georgstag stand vor der Türe und damit auch die jährliche Versprechensfeier.
So gegen 19.00 Uhr traf sich der ganze Stamm am Stieldorfer Pfarrheim. Nach einigen Klärungen mit den Eltern und den Kindern bezüglich des Abends und der Anreise am nächsten morgen, ging es dann endlich los. Uns viel auf, dass zwei unserer Leiter plötzlich nicht mehr da waren. Darüber zerbrachen wir uns aber nicht weiter den Kopf, da wir viel zu aufgeregt waren, was uns an diesem Abend so erwartet.
Endlich ging es los. Wir nahmen unsere Rucksäcke und begannen die anstehende Wanderung in Angriff zu nehmen.
Die Aufregung in uns stieg mit jedem Schritt immer mehr an, da keiner von uns wusste wo es hin ging bzw. wie lange wir wandern würden. Dieses mal konnte auch keiner von uns heraus finden wer an dem heutigen Abend sein Versprechen ablegen würde. Und unsere Leiter weigerten sich strickt, uns irgendeine Information zu dem Abend zu geben.
Mit der Zeit wurde es immer dunkler und wir machten halt. Zwei Stunden waren wir bestimmt schon unterwegs. Ganz überrascht waren wir als unsere Leiter Fackeln aus einem der Rucksäcke holte, anzündete und jedem von uns eine gab.
Wir bekamen die Aufgabe den Rest des Weg ganz still zu sein und unsere Umgebung mit all ihren Geräuschen wahr zu nehmen. Dabei sollten wir uns Gedanken zum
„ Pfadfindersein“ und zum Versprechen machen.
Es dauerte nicht mehr lange und wir kamen an eine Wiese mit einer Jurte in der Mitte. Die Fackeln wurden gelöscht, die Rucksäcke im Zelt verstaut und da tauchten auch plötzlich die zwei fehlenden Leiter auf.
Man führte uns um das Zelt und an diesem geheimnisvollen Ort fanden wir unser wehendes Banner zwischen den Bäumen und Sträuchern. Drum herum waren Fackeln aufgestellt und keiner von uns traute sich etwas zu sagen.
Wer von uns am Aufgeregtesten war, als wir alle beieinander im Kreis standen, konnte keiner sagen. Nach einigen ermutigenden Worten begann die Versprechensfeier. Es wurde zuerst ein Roververprechen, dann vier Pfadfinderversprechen und zuletzt neun Jungpfadfinderversprechen abgelegt.
Jeder von uns wurde nacheinander aufgerufen und sagte folgendes:
„ Ich verspreche bei meiner Ehre als Pfadfinder, allen Menschen hilfreich zu sein, mein Bestes zu tun und nach den Pfadfindergesetzten zu leben.“
Nach dem Versprechen waren wir so richtig Stolz.